Fridas Erziehung

Bevor ich den Post anfange, möchte ich euch nur sagen, dass es keinen Fahrplan für alle Welpen gibt. So wie jedes Kind anders ist und individuell erzogen wird, klappt das auch bei Hunden. Jeder der irgendwann schon mal einen Hund hatte oder nur einen gestreichelt hat, gibt sofort seine Meinung kund, ebenso wie bei Kindern (wie ich schon herausfinden durfte). Daher muss man für sich selber herausfinden was der richtige Weg für sich und den kleinen Schatz ist. Ich kann euch nur erzählen und vielleicht den einen oder anderen Tipp geben, wie wir es bei Frida gemacht haben.

Frida war, wie ich bereits in meinem ersten Beitrag „Und dann kam Frida“ erzählt habe die Kleinste aus dem Wurf und hatte es zu Anfang nicht gerade einfach. Sie kam mit einem Leistenbruch zur Welt, der direkt operiert wurde anschließend hat man ihr gleich beigebracht wer der stärkste Welpe im Wurf war, so ist der kleine weiße Fleck auf ihrem Rücken, die Narbe einer Bisswunde bei dir ihr großer Bruder ihr ein Stück Fell rausgebissen hat. Daher war sie wahrscheinlich auch der einzige Welpe der nicht direkt an mir gezogen oder geknabbert hat. Sie kam ganz vorsichtig auf mich zu und leckte und kuschelte nur.

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Frida´s Leine und Halsband bekommt ihr HIER bei Leinenfieber

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Ich denke genau aus diesen Gründen brauchte und braucht Frida immer noch sehr viel Nähe und Zuneigung (was ich mir nicht schöner vorstellen könnte). Von daher war die erste Woche Schlafen eine kleine Qual. Wir hatten eine Box besorgt in der sie die Nacht neben mir am Bett verbringen sollte, so konnte sie nicht nachts durch das Zimmer oder die Wohnung streunen und sie würde sich melden, wenn sie raus muss, da der Urinstinkt in jedem Hund sitzt, sich nicht ins eigene Bett zu machen.

Gesagt, getan, war es ein Kampf! Denn obwohl ich ihr ein getragenes T-Shirt in ihre Box gelegt hatte, einen Wecker in eine kuscheldecke gehüllt hatten (der den Herzschlag der Mutter imitieren sollte) und sie mich sogar sehen und durch meine Hand in der Box liegend sogar fühlen konnte, weinte sie Nacht für Nacht durch. 2-3 Stunden Schlaf und dann weinte sie wieder ununterbrochen. Wenn man dies eine Woche mitgemacht hat, holt man sie nachts aus der Box und versucht das weinende etwas zu beruhigen. Auf der Brust liegend schlief sie auch sofort ein. Ich weiß nicht ob es die Erschöpfung war oder meine Nähe aber sie wurde sofort ruhig. Im Selben Moment schlief ich allerdings auch ein und so hatten wir die erste ruhige Nacht seit 7 Tagen.

Unsere Lösung war also, sie die erste Zeit bei uns schlafen zu lassen. Jetzt werden sicher Stimmen laut von wegen „Die bekommt ihr nie wieder aus dem Schlafzimmer!“ Aber wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr als Baby von euren Geschwistern und der Mama weggerissen werdet? Es ist noch ein Baby und für Frida und für uns war es die beste Lösung. Nun schläft sie aber auch problemlos im Körbchen neben dem Bett, leicht unzufrieden ist sie dann schon, akzeptiert dies aber nach ein paar Minuten meckern.

So hatte Frida direkt Nähe zu uns aufgebaut und hörte ab dem zweiten Tag schon wie eine Eins auf ihren Namen. Denn Tipp 1 Leckerlies sind das A und O! Daher findet heraus was eurem Welpen am besten schmeckt. Bei uns ist es ganz klar Leberwurst für Hunde, die Belohnung schlechthin.

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Der zweite Punkt an dem wir gerade immer noch arbeiten, ist die Stubenreinheit, denn Frida war noch nicht Stubenrein und einen Welpen zu dieser Jahreszeit beizubringen das draußen die Toilette ist und nicht im kuschelig warmen ist echt eine Herausforderung! Daher kram die beste Belohnung die sich euer Schatz vorstellen kann hervor und lobt ihn in den Himmel wenn er draußen Pippi oder groß macht. So hatte Frida ziemlich schnell raus, das draußen das große Geschäft erledigt werden muss, Pippi machen ist allerdings so eine Sache, denn Welpen sind  erst ab dem 6. Monat wirklich Herr über ihre Blase. Wenn euer Schatz dies schon vorher kann, habt ihr echt verdammt Glück gehabt. Wir haben sie jetzt seit einem Monat soweit das sie an der Tür anschlägt, wenn sie Pippi machen muss, dann heißt es aber auch schnell sein, denn zwischen „Ich merke das ich muss“ und „Oh Gott ich lasse laufen, ich kann nicht mehr“ lagen zu Anfang nur 5-20 Sekunden. Daher haben wir ein Stück Rollrasen besorgt auf dem wir ihr beigebracht haben Pippi zu machen. Denn bei einer Zeitspanne von 20 Sekunden wäre alles im Hausflur oder noch in der Wohnung gelandet und wenn gespielt wird, trinkt sie und muss auch sofort wieder raus, der Rekord liegt bei 12 Mal in einer Stunde. Mittlerweile kann sie zumindest schon mal noch 1-2 Minuten aushalten und dies reicht allemal bis draußen. auch hier Leberwurst hat sie bis dahin gebracht! Dennoch ist es etwas wie russisches Roulette, da sie nachts ohne Probleme 9-10 Stunden aushält und tagsüber manchmal nicht Mal 2 Stunden. Es ist harte Arbeit aber man darf die Hoffnung nicht aufgeben das es vielleicht wie durch ein Wunder von dem einen zum anderen Tag gefruchtet hat und die regelmäßigen Gassirunden ausreichen.

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5. Monat und das hieß sie zahnte was das Zeug hält! Ja ihr hört richtig, Frida fallen die Milchzähne aus und sie bekommt ihre richtigen Zähne und dies ist wie bei Baby´s auch nicht gerade angenehm. Das Zahnfleisch juckt da die neuen Zähne durch wollen und die Milchzähne fallen aus. So ist es gerade keine Seltenheit das wir kleine Blutflecken an ihren Kuscheltieren finden und sogar 2 Backenzähne gefunden haben. Wie euer Welpe auf die Zähne reagiert, ist bei jedem unterschiedlich, Frida hat mit Unruhe und sogar leichtem Fieber auf die ersten Zähne reagiert sowie Durchfall. Also Zähne zusammenbeißen und zusammen kommt ihr dadurch!

Die Frage was wir füttern, ist glaube ich die zweit meist gestellte Frage, wir barfen seit knapp 3 Monaten. Über Pet´s Deli dufte Frida ein kleines Starter Kit testen, worüber ich euch bereits bei Insta und Snapchat berichtet habe. Dort bekommt ihr tiefgefroren bereits fertige Barfmischungen zugeschickt. Diese müssen nur rausgeholt, aufgetaut und dann verfüttert werden. Frida schmeckt dies von Anfang an sehr gut und so haben wir selber nachbestellt und füttern sie damit seitdem.

Alleine lassen war der erste Moment so gut wie gar nicht drin! Sie weinte sofort, wenn man nur den Raum verließ. Das ist übrigens auch ein guter Tipp anzufangen, verlasst den Raum und kommt nach wenigen Minuten (fangt mit 2-3 Min an und steigert dies stetig) wieder und lobt sie in den Himmel. Nach 2 Monaten konnte ich zumindest im 30 Minuten Takt mich an die Nähmaschine setzen um wieder ein bisschen was zu erledigen. Am Wochenende haben wir sie das erste Mal 1,5 Stunden allein gelassen und außer einmal Wutpinkeln (das hat sie extrem gut drauf) hat sie nichts angestellt und hat schön in ihrem Körbchen geschlafen. Ihr seht also auch mit kleinen Schritten kommt man ans Ziel.

Welpenschule, wir haben uns dazu entschieden in eine Welpenschule zu gehen um Frida die Möglichkeit zu geben mit anderen Welpen zu toben und ein bisschen was zu lernen. So Findet nun einmal die Woche eine Trainingsstunde statt, in der sie von Kaufhaus, Aufzugfahren und viele Leute, bis hin zu bei Fuß gehen und auf Abruf zu kommen (auch wenn andere Menschen und Hunde anwesend sind). So zurückhaltend und vorsichtig wie Frida zu Anfang war, merkt man nun so nach und nach wie sie aufblüht. Sie spielt total vorsichtig mit anderen Hunden (garantiert, weil sie selber Angst hat sich wehzutun oder noch als kleines Brandmal da sie als Welpe so schwer gebissen wurde) und lernt unheimlich schnell.

Diese Momente, wenn man sie ruft und sie sich sofort umdreht und euch anschaut, lösen sofort Glücksgefühle in einem aus. Wenn sie auf der Brust liegend einschläft und den Kopf gegen den eigenen legt, könnte ich weinen vor lauter Glück. diese Momente lassen die ganze Arbeit vergessen.

Pubertät! Ja genau, nach Zähne verlieren ist die nun die Teenizeit voll im Gange. Das heißt wie bei uns Menschen auch Pickelalarm und nicht mehr auf die „Eltern“ hören. Gott sei Dank hörte Frida vorher schon ziemlich gut, so kommt sie nun halt nach dem 5. oder 6. Mal. Was die Pickel angeht sieht man Frida die Pubertät wirklich an, schon irgendwie ziemlich niedlich, was sie aber nun ziemlich aus der Bahn geworfen hat, ist die erste Läufigkeit. Frida hat ihre Tage bekommen doch was heißt das ganz genau?

Sie ist nun laut Natur, wie bei uns Menschen auch Geschlechtsreif. Bei Frida kamen sie mit 7,5 Monaten und dauern jetzt beim ersten Mal schon knapp 5 Wochen, was laut Tierärztin aber ganz normal ist, da es ihr ansonsten gut geht. Ok sie schläft viel mehr und ist unzufrieden, doch das kommt mir als Frau sehr bekannt vor. Da sie in der 2. und 3. Woche sehr stark geblutet hat, haben wir ihr ein ganz einfaches Schutzhöschen gekauft was ich allerdings für Bulldoggen oder Rassen ohne lange Rute (Schwanz) nicht empfehlen kann, da es nicht ordentlich sitzt. Frida findet das ganze eher uncool aber so sind aber zumindest unsere Böden und Möbel geschützt. Gott sei Dank ist aber so langsam Ende in Sicht da die Blutungen stark nachgelassen hat.

Im Großen und Ganzen lässt sich außerdem sagen das wir wohl den Welpenwahnsinn so langsam überstanden haben. Sie schläft nun vie wenn ich arbeiten muss und versteht es so langsam sich mit sich selber zu beschäftigen. Sie Liebt Schweineohren über alles und das ist unsere kleine Geheimwaffe, wenn sie etwas runterkommen soll, weil sie sich sonst zu Tode spielen würde oder ganz einfach belohnt werden darf. Sie entwickelt eine wirkliche Persönlichkeit was einfach unglaublich schön ist zu beobachten. Sie liebt und hasst mittlerweile Ding, hat eine Rutine entwickelt und wenn diese nur ein Stückchen verändert wird ist sie unzufrieden, da geht einem das Herz auf.

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Zum Schluss aber noch ein paar ehrliche Mutmachende Worte an alle Welpeneltern, es war alles andere als ein Spaziergang und einfach mit Frida. Sie brauchte viel mehr Aufmerksamkeit als ich es mir ansatzweise hätte vorstellen können. Das was ich von meinen anderen Welpenmamis gehört habe, war Frida schon ziemlich anhänglich und bekloppt. Wie sagt man so schön? Welpenwahnsinn! Sie konnte keine Minute ohne mich sein, sie steht sogar im Bad an der Duschtür (weil sie ja was verpassen könnte) sie kaute mit Vorliebe auf Schuhen oder allen Dingen die sie NICHT haben durfte. Die Dinge die sie zum Kauen hatte fand sie höchst uninteressant, außer wir hielten ihr den Kauknochen. Stock oder was auch immer fest. Losgelassen war es sofort nicht mehr wichtig, dass sie so lange gebraucht hat Stubenrein zu werden hat uns so manche Nerven geraubt und an den Rand der Verzweiflung getrieben. So manches Mal saßen wir auf dem Sofa und dachten uns nur „Was haben wir uns da angetan?“. Lasst euch sagen, ihr seid nicht alleine! Ich glaube fast jeder von uns stand schon Mal an diesem Punkt, doch er geht vorbei und der Welpe wird erwachsen. Schaut man dann in das schlafende kleine Gesicht und sieht was er gerade wieder neues gelernt hat, ist der ganze Stress und der kleine Stressbolzen im inneren des Babys vergessen.

Ich kann mir kein Leben mehr ohne unser keines Fridchen vorstellen, sie hält uns auf Trab und macht uns seit dem Tag im November zu einer kleinen Familie.

Das waren jetzt jede Menge Worte und Infos, ich hoffe ich konnte etwas weiterhelfen was die eine oder andere Frage angeht. Außerdem habe ich noch einen kleinen Tipp, wenn ihr eurem kleinen Schatz mal eine Freude bereiten wollt, kann ich euch nur die Patasbox ans Herz legen. So bekommt ihr monatlich eine Box mit Leckerlies, Spielzeug oder Pflegezubehör für eure kleinen und ganz nebenbei tut ihr hilfsbedürftigen Hunden etwas Gutes. Denn 20% der Einnahmen kommen Tierschutzorganisationen und Tierheimen zu Gute.

Liebste Grüße,

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