Wenn ich mich richtig erinnere ist es nun die sechste Saison Berlin Fashion Week gewesen, die ich live miterleben durfte. Klar war die Begeisterung meinerseits zu Anfang wahnsinnig groß. Überall waren die ganzen gut angezogenen Leute, die Partystimmung, Drinks, Essen und Shows soweit das Auge reichte. Für einen richtigen Fashionliebhaber also ein wahr gewordener Traum.

2018 und ca. 3 Jahre später ist die Berlin Fashion Week diesen Januar nur noch ein blasses Abbild seiner selbst gewesen. Mercedes Benz ist als Hauptsponsor zwar nicht ganz von der Bildfläche verschwunden, unterstützte dieses Frühjahr aber nur noch 10 von ehemalig knapp drei Mal so vielen Shows. Viele Designer sind abgesprungen und präsentierten ihre Mode nur noch in Showrooms oder gar nicht mehr. Stattdessen haben die Messen wie „Premium“, „Panorama“, „Show&Order“ oder „Greenshowroom“ viel mehr Aufmerksamkeit bekommen, was auch daran lag, dass der Standort für die Messen, dieses Mal nicht ganz so weit außerhalb gewählt wurde und so viel besser zu erreichen war. Dort präsentieren die verschiedensten Unternehmen der Branche ihre Mode und Accessoires dem Fachpublikum sowie Einkäufern. Ally und ich statteten der Messe spontan auch noch einen Besuch ab, da die restliche “Fashion Week” sehr schmal gefasst war dieses Jahr und so genügend Zeit dafür übrigblieb. Dies war definitiv eine der besten Entscheidungen, da wir viele neue Labels kennenlernen durften und den einen oder anderen Trend im Gepäck mit nachhause bringen konnten. Mehr dazu aber ein anderes Mal.

Im Berliner Mode Salon wiederum hatte man die Möglichkeit einen Blick auf alle Kollektionen zu werfen, die diese Saison in Berlin präsentiert wurden und wenn man Glück hatte, konnte man ebenfalls einen kleinen Plausch mit den Designern führen. Diese standen in vielen Fällen Rede und Antwort direkt neben ihren Entwürfen. Die Mischung aus Mode, Kunst und Accessoires macht den Salon wie jedes Jahr aufs Neue zu einem der Mittelpunkte der Fashion Week.

Eines der absoluten Highlights war aber die Anja Gockel Show “phenomenal woman” im Adlon. Im Vorhinein durfte ich ja schon ein paar Blicke auf die entstehende Kollektion werfen und daher war es umso spannender auch für mich nun die Ergebnisse betrachten zu dürfen. Da wir schon vor der Show Backstage durften, konnte ich das Gewusel und die letzten Vorbereitungen ebenfalls einfangen, was für mich erst das richtige Fashion Week Feeling ausmacht. Die Aufregung vor der Show, die Models die geschminkt werden und letzte Anweisungen erhalten, sowie die Designerin Anja die alles aufmerksam beobachtete und selber Handanlegte.

Haare und Make-Up: Paul Mitchell und Stagecolor Cosmetics

Das Ergebnis kann sich sowas von sehen lassen! Eine Kollektion die vor Selbstbewusstsein, innerer Ausgewogenheit nur so strahlt! Feminin, selbstbewusst, strahlend! Meine absoluten Favoriten, sind die Volants oder auch Fransen an den Ärmeln, die den sportlichen Looks etwas feminines und weibliches verleihen, sowie die raffinierten Lagenlooks in welche ich mich sofort verliebt habe! Ein weiterer Trend “Sheer-Look” auf gut deutsch transparent, wurde ebenfalls toll in Szene gesetzt, als Spitzenhose im sportlichen Design oder auch ein zarter Rock, kombiniert mit einem derben Oversize Strickpullover. Eine Show die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird, eben weil ich nicht nur im Publikum saß, sondern auch einen Teil der Entstehungsgeschichte der Kollektion begleiten durfte.

Taschen: Ledermanufaktur Braun Büffel

Die Strickwaren sind vom Cashmere Label Lu Ren

Was mir ebenfalls von der Fashion Week in Erinnerung bleiben wird, ist die Party von Collonil zusammen mit Nike, wo als Überraschungsgast Bausa vor den knapp 200 Gästen aufgetreten ist. Auch wenn das nicht ganz meinen üblichen Musikgeschmack trifft, war es ein unvergesslicher Abend. Gin Tonics, meine liebsten Berlinmädels, Ally, Eileen und Marie und unsere gute Laune, mehr brauche ich dazu wohl nicht sagen. Außerdem fand ich die Kooperation von einem bekannten Schuhpflege-Experten und einer Weltbekannten Sneaker Marke äußerst passend, denn wer seine Sneaker Liebst pflegt diese normalerweise auch.

Was seit den letzten Jahren zu den Fashion Weeks dazugehört sind “Get-Togethers” sogenannte Treffen bei denen man alle Blogger und Influencer sowie B und C-Prominenz trifft. Diese Saison konnte man jeden Tag der Fashion Week bei einem dieser Treffen starten. Sei es das Fashion Blogger Café von Styleranking, die Hashmag Bloggerlounge oder der “Leck mich am Hashtag” Brunch von Reichert+. Wobei ich sagen muss, das letzteres eher ein Massentreffen des “Who is who” von Instagram war. Hier kämpft man um einen Platz am Tisch um etwas frühstücken zu können und sich das Treiben in Ruhe anschauen zu können. Ich sag euch das war interessanter als so manche Folge vom Bachelor oder Germanys next Topmodel, eben aber mit denselben Darstellern. Im Großen und Ganzen geht es nur darum alle anderen zu sehen und sich selber sehen zu lassen, bevor man ganz “busy” weitermuss. Die Hashmag Bloggerlounge hat es meiner Meinung nach am besten umgesetzt, die Mischung aus “Get together” und neue Marken kennenzulernen. Man hätte dort den ganzen Tag verbringen können ohne das einem langweilig geworden wäre. Leider muss ich sagen das das “Fashion Blogger Café” von Styleranking dieses Jahr eine etwas ungünstig gelegene Location gewählt und an Atmosphäre stark verloren hat. Früher war dies die Anlaufstelle Nummer Eins für Blogger und Influencer während der Fashion Week, nun ist dieses Event aber, wie die Fashion Week auch nur noch ein Abbild von dem was es früher mal war.

Ein Highlight zum Schluss, war der Influencer Lunch von Brax und Gala im Soho House. Es war nicht nur unheimlich gemütlich und gelassen, sondern auch ungezwungen. Hatte man sonst das Gefühl die ganze Woche sich unterbewusst vergleichen zu müssen, war das Treffen eine willkommene Abwechselung.

Mein Fazit?

Noch nie habe ich die Fashion Week so sehr reduziert erlebt, klar mit Paris, Mailand oder New York kann Berlin nicht mithalten. Das muss sie aber auch gar nicht, weil Berlin schon immer sein eigenes Ding durchgezogen hat. Dennoch wünsche ich mir das Berlin sich daran zurückerinnert, was die Fashion Week mal war. Was Berlin kann! Das Berlin sich nun auf das wesentliche konzentriert, die Mode und nicht mehr auf ausschweifende Partys ist eine tolle Richtung. Dennoch wünsche ich mir das ein paar der anderen tollen deutschen Designer Unterstützung bekommen um ihre Mode nächste Saison auch wieder im großen Stil dem Publikum präsentieren zu können, denn das ist es doch was eine Fashion Week ausmacht.

Wie habt ihr die Fashion Week Berlin dieses Jahr erlebt oder was habt ihr davon mitbekommen? Ich würde mich sehr über eure Meinung zu dem Thema freuen.

Liebste Grüße,