500Km mit einem Elektro Auto fahren ohne einmal den Akku aufzuladen? Dieser Challenge haben wir uns letzte Woche in Paris gestellt und den neuen Elektro Kona von Hyundai auf die Probe gestellt.

Ob wir es geschafft haben und was eher die größere Herausforderung als die Akkuladung war? Die ganze Story folgt jetzt!

 

Fangen wir aber ganz von vorne an, dass ich selber ein großer Fan von Hyundai bin, zeigt sich schon an unserem i20 vor der Tür, der für mich nach wie vor der perfekte Stadtwagen ist. Als dann die Anfrage von Hyundai kam ob wir uns der Herausforderung stellen wollen, zögerte ich keine Sekunde. Der Kona steht bereits auf unserer Wunschliste als Nachfolger und ihn dann auch noch als Elektrovariante ausprobieren zu dürfen, ist da natürlich ein tolles Angebot.

Also ging es für uns nach Paris, denn von dort aus startete die Challenge, über einen kleinen Zwischenstopp bis nach Frankfurt. Paris zählt für mich zu den schönsten Städten der Welt, wenn nicht sogar DIE SCHÖNSTE. Was ich allerdings nicht bedacht hatte, war der Verkehr aus Paris heraus. Stau kennen wir hier im Rheinland ja genug, doch der Verkehr in Paris ist nochmal ein ganz anderes Level!

Nachdem wir aber die Stadt hinter uns gelassen hatten, konnten wir den Kona auf Herz und Nieren testen. Das erste was einem sofort auffällt, wenn man einen Elektrowagen fährt, ist die Beschleunigung. Der Wagen ist unglaublich schnell von 0 auf 100 in gerade mal 7,6 Sekunden und das macht einfach unheimlich viel Spaß beim Fahren. Dank Spurhalteassistent, Tempomat und automatische Abstandshaltung zum vorrausfahrenden Fahrzeug bekommt man meiner Meinung nach dem ersten Eindruck wie autonomes Fahren irgendwann mal aussehen könnte, denn weit davon entfernt sind wir nicht mehr.

Nach knapp 2 Stunden erreichten wir die wohl schönste Unterkunft, die man sich für den Trip nur wünschen könnte. Da das Oberthema „Be an electric Musketeer“ war, nächtigten wir direkt neben der Burg, in der laut Geschichte d’Artagnan von den 3 Musketieren sehr viel Zeit verbracht hat. Das Anwesen ist ein absoluter Traum und mit dem Sonnenuntergang über den Ruinen der Burg, fühlte man sich wie in einen magischen Ort versetzt.

Jetzt hatten wir auch Zeit um uns den Kona genauer anzuschauen, was einem sofort auffällt ist der fehlende Kühlergrill, das hat uns auch im ersten Moment ziemlich irritiert, doch wozu einen Kühlergrill, wenn sich kein klassischer Motor samt Pumpen und Zylindern im Inneren befindet, sondern nur ein Akku? Der E-Motor braucht nämlich keine besondere Luftkühlung.

Vorne im Cockpit hat man unheimlich viel Platz, es ist sehr geräumig und übersichtlich gestaltet, das gefällt mir auch an unserem i20 am besten.

Was einem positiv auffällt ist der geräumige Innenraum, der Platz zwischen den Vorder- und Rücksitzen ist großzügig gestaltet und bietet auch Erwachsenen oder Kindern genügend Platz. Der Kofferraum hat auch eine schöne Größe, doch könnte er, wenn es nach mir ginge gerne noch einen ticken größer sein.

Am nächsten Morgen ging es ganz früh los um die freien Autobahnen zu nutzen, denn knapp 380Km fehlten uns noch bis zum Ziel. Um auf Nummer sicher zu gehen wurden die Akkustände notiert und die Wagen über Nacht noch einmal aufgeladen. Dies geht mittlerweile ziemlich schnell (etwa 80% Akkuladung in 45 Min), wenn man Schnellladen auswählt. Zusätzlich gab es für uns aber einen kleinen Wettkampf, derjenige der am Ziel ankommt mit dem noch höchsten Akkustand (oder eher Km, die noch möglich gewesen wären zu fahren) ist der Sieger der Challenge und bekommt einen Pokal überreicht. Damit hatten sie bei uns natürlich den Ehrgeiz geweckt und so überlegten wir, was alles Akku ziehen könnte. Also stellten wir erstmal alle Assistenzsysteme aus, ebenso wie natürlich die Heizung und das Radio.

Los ging es…

Als erstes hieß es ausprobieren bei welcher Geschwindigkeit der Akkuverbrauch am niedrigsten ist, dieser pendelte sich bei uns zwischen 80 und 90Km/h ein, dank Bremsrückgewinnung sammelten wir bei jeder Bergabfahrt sowie beim Bremsvorgang weitere Kilometer, die auf unsere Reichweite wieder draufgerechnet wurden. Was uns aber keiner sagte war, wie unheimlich anstrengend es für den Kopf ist, so eine Strecke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von nur 85Km/h zu fahren, wenn alle Autobahnen frei sind. Denn wir fuhren am 3. Oktober zurück was für uns bedeutete das dank Feiertag kaum Autos und so gut wie kein einziger LKW auf der Strecke zu finden war. Dies war aber genau unser Plan, im Windschatten eines LKWs mitfahren und so weniger Wiederstand zu haben.

Bei einem kleinen Zwischenstopp direkt hinter der Grenze bei Saarbrücken, bekamen wir die Chance durch Quizfragen Zusatzkilometer zu sammeln, trotz das wir beide Fragen richtig beantworten konnten, half uns dies nicht weiter denn es zeichnete sich ein Kopf an Kopf-Rennen heraus zwischen uns und einem anderen Fahrzeug, welches auch beide Zusatzfragen beantworten konnte.

Spätestens an dem Zeitpunkt war unser Kampfgeist geweckt, denn wir lagen mit 26km Reichweite weniger, hinter dem ersten Fahrzeug. Nochmal 1,5h Stunden alles geben und versuchen so sparsam wie möglich ans Ziel zu kommen.

Am Frankfurter Flughafen war es dann soweit, wir fuhren ins Ziel mit einem Durchschnittsverbrauch von 12,9 kWh/100km welcher gut unter dem Durchschnitt lag und wir haben es wirklich geschafft, unsere Reichweite lag bei 469Km. Dies hat allerdings nicht ganz zum Sieg gereicht, denn mit 3Km Reichweite mehr landete ein anderes Fahrerteam auf dem ersten Platz. Wir könnten aber nicht glücklicher sein, denn andere renommierte Autozeitschriften sind hinter uns gelandet.

Unser Fazit?

Der Elektro Kona ist ein unheimlich tolles Auto und dank des großen Akkus von 150 kW, haben wir gezeigt, dass damit bereits ganz andere Strecken möglich sind. Auch wenn der Preis mit ca. 34.600€ für den kleinen und ca. 39.000€ für den großen Akku deutlich unter den Preisen der anderen Automarken liegt für die Größe des Wagens und den Akku, ist es für uns immer noch eine Stange Geld. Der Elektroantrieb reizt uns aber sehr, da man nebenbei noch ganz andere Dinge nicht vergessen darf, die Steuer für ein Elektrofahrzeug ist um einiges niedriger, es gibt eine Zusatzprämie von knapp 4000€ vom Staat und außer die Verschleißteile wie Reifen oder Karosserie kommen keine weiteren Reparaturkosten auf einen zu. Es muss weder das Öl gewechselt werden, noch irgendwelche Filter oder der Motor. Außerdem kostet eine Akkuladung gerade mal noch 14€.

Daher würde mich von euch interessieren ob ihr euch mit dem Thema schon auseinandergesetzt habt und ob für euch der Kona in Frage käme, jetzt wo die Akkuleistungen immer besser und alltagstauglicher werden?

Ein paar weitere Eindrücke vom Trip, könnt ihr außerdem in diesem tollen Video gewinnen.

Liebste Grüße,

 

 

 

 

 

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Hyundai entstanden