Nachdem ich euch vor ein paar Wochen HIER erklärt habe was die ISO, Blende und Verschlusszeit ist, kommen wir zu den Objektiven, welche je nach Einsatzgebiet unterschiedliche Möglichkeiten bieten, um die schönsten Bilder zu zaubern.

Kleiner Exkurs: Was ist eigentlich eine Brennweite? Fachlich gesehen ist die Brennweite der Abstand zwischen der Linse des Objektives und des Brennpunktes, wo die Lichtstrahlen in einem Punkt konzentriert werden. Die Brennweite legt also fest, wie groß der Bildausschnitt ist, der auf dem Kamerasensor abgebildet wird und auf dem aufgenommenen Foto zu sehen ist. Ihr könnt euch die Brennweite also als Abstand des Betrachters vorstellen. Die Brennweite wird in Millimeter angegeben. Je kleiner die Brennweite ist, desto größer ist mein Bildausschnitt. Ideal z.B.  für  die Aufnahme von Landschaften oder OOTD’s. Je größer die Brennweite z.B. 200mm, desto kleiner ist der Bildausschnitt und desto einfacher gelingt es mir weit entfernte Motive aufzunehmen, als würde ich direkt davor stehen.

Kleine Brennweite = Großer Bildausschnitt (Weitwinkel)

Große Brennweite = kleiner Bildausschnitt (Tele)

Festbrennweite

Eine Festbrennweite ist wie im 1. Teil der Take-A-Shot Blogpost Reihe schon kurz erklärt, besonders für kleine Blendeneinstellungen geeignet. Warum? Festbrennweiten sind die Objektive, die eine hohe Lichtstärke bieten, dank kleiner Blendenzahl. Wer also besonderen Wert auf die Tiefenunschärfe im Bild legt, ist mit einer Festbrennweite bestens bedient. Diese ist z.B. für jegliche Detailaufnahmen prädestiniert, egal ob es ein einzelner Ring am Finger ist der im Vordergrund stehen soll oder das gesamte Outfit, das sich scharfgestochen vom Hintergrund abhebt. Mit der Festbrennweite lassen sich so wundervolle Bilder schießen. Was macht die Festbrennweite noch aus? Wie der Name schon sagt, ist die Brennweite fest. Das bedeutet, dass du mit diesem Objektiv nicht zoomen kannst. Warum das so toll sein soll? Ganz einfach: Du musst auf dein Motiv zugehen, vielleicht sogar die Straßenseite wechseln oder dir eine neue Perspektive suchen. Du musst also viel mehr über deine Bildgestaltung nachdenken und dich mehr bewegen & ausprobieren. Ein weiterer Vorteil von einigen Festbrennweiten ist, dass sie  leichter und kleiner als Zoom-Objektive sind.

Man muss sich nur entscheiden welche es sein darf: das 35mm, 50mm oder doch das 85mm? Aber worin liegt der Unterschied?

Die 50mm Festbrennweite nennt man auch gerne „Einsteiger Festbrennweite“. Es ist ein echter „Allrounder“und sollte zu jedem Basis-Equipment gehören. Das Objektiv ist von Nikon mit einer Lichtstärke von 1.4 oder 1.8 erhältlich und daher ideal für Aufnahmen bei schwachem Licht oder Fotos mit geringer Tiefenschärfe (also unscharfem Vorder- oder Hintergrund). Die Brennweite von 50mm kommt dem natürlichen subjektiven Sehempfinden des menschlichen Auges am nächsten. Sprich, man bekommt das, was man sieht. Damit ist es auch prima für die Streetstyle-Fotografie geeignet.

Und für alle Einsteiger: das 50mm 1.8 ist für den kleinen Geldbeutel! Mein absolutes Lieblingsobjektiv! Ich habe mir nun zusätzlich noch ein 35mm 1.8 Objektiv zugelegt. Es eignet sich perfekt für Landschaftsaufnahmen, Streetfotografie und Porträts im Reportagestil. Im Vergleich: beim 35mm Objektiv erhalten wir einen größeren Bildaufnahmebereich, als bei dem 50mm Objektiv. Es ist also aufgrund der Brennweite weitwinkliger und zudem noch etwas kleiner gebaut als das 50mm und dadurch noch etwas leichter. Daher eignet sich dieses Objektiv besonders gut um Interior zu fotografieren, da man mehr auf das Bild bekommt aber gleichzeitig – dank der hohen Lichtstärke – auch die geringe Tiefenschärfe nutzen kann um einzelne Objekte vor dem Hintergrund freizustellen. Dieses Objektiv hatte ich auch auf meiner Reise in die Dominikanische Republik dabei, da sich besonders viel von der Umgebung einfangen lies. Außerdem finde ich, dass sich dieses Objektiv besonders gut für alle Arten von Innenaufnahmen eignet, wo man mit einem 50mm Objektiv innerhalb der eignen 4 Wände schnell an seine Grenzen gerät. Denn bei einem 50mm Objektiv ist der Bildausschnitt aufgrund der Brennweite kleiner, als beim 35mm.

Das 85mm Objektiv eignet sich vor allem für die Portraitfotografie oder auch für Detailaufnahmen. Aufgrund der Brennweite kann der Abstand zwischen eurem Motiv etwas größer sein und trotzdem seid ihr noch nah dran! Im Vergleich: Verwende ich die 35mm Festbrennweite für ein Portrait, so muss ich mit der Kamera sehr nah an mein Model heran gehen, um eine Nahaufnahme zu machen. Die hohe Lichtstärke von 1:1,8 sorgt für ein perfektes Gleichgewicht des Schärfe- und Unschärfebereichs.

 

Mein Einsteigertipp:

Das 50mm 1:1.8 ist die ideale Allround-Festbrennweiten mit der man auch toll in die  Streetstyle-Fotografie eintauchen kann.

Das 35mm 1:1.8 ist für Innenaufnahmen/Interior und Shootings innerhalb der Wohnung die beste Entscheidung.

Das 85mm 1:1.8 ist das perfekte Portrait-Objektiv.

 

Das Zoomobjektiv

Meiner Meinung nach kommt das Standardobjektiv 18-105mm meist etwas zu kurz, denn besonders wenn unterschiedliche Bilder gefordert sind, ist dies der Allrounder! Auf Events habe ich immer dieses Objektiv in der Tasche, denn man hat nicht immer die Möglichkeit drei Schritte nach hinten zu gehen um mit der Festbrennweite alles einfangen zu können. Außerdem kann man hiermit auch schön nah heran zoomen ohne direkt vor dem Objekt zu stehen. Erfordert ein Termin oder Projekt große Vielfalt sollte das Objektiv unbedingt dabei sein.

Jetzt wisst ihr schonmal welches Obkektiv für welches Einsatzgebiet am geeignetsten ist. Dann kann es ja jetzt losgehen!

Im nächsten Teil zeige ich euch dann wie ihr coole Streetstyle Bilder mit den neuen Kenntnissen knipsen könnt.

Liebste Grüße,

 

 

 

 

 

 

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Nikon entstanden