Es war einmal

Es war einmal eine Zeit in der das „Bloggen“ ein reines Hobby war, ein seltenes Hobby, wahrscheinlich so selten wie Aerial Yoga oder Slacklining heute. Der einzige Grund mit dem bloggen anzufangen, war es sich anderen Menschen mitzuteilen oder seine Leidenschaft nach außen zu tragen. Events, Fashion Weeks oder Goodiebags waren nur den wirklichen Promis vorbehalten, man bloggte hauptsächlich für sich und wenn man Glück hatte für einen kleinen Kreis von Freunden und denen die davon erzählt bekommen haben. Wenn ich mir das hier selber so durchlese kommt es mir vor als wenn das erst kurz nach der Erfindung des Internets stattgefunden hat, aber nein ich rede von 2007.

Etwa um den Zeitpunkt entwickelte ich eine neue Leidenschaft, Blogs! Zu dem Zeitpunkt gab es auch gefühlt gerade mal ein Paar deutscher Blogger, die man sicherlich an einer Hand abzählen konnte. Einige Jahre später im Studium wurde ich dann dank meiner Kommilitoninnen und Familie dazu ermutigt es selber zu versuchen. Im Januar 2012 war es dann soweit, Jestil ging das erste mal online.

Da ich euch ja die letzten Wochen gebeten hatte mir Fragen zu schicken was das bloggen angeht, werde ich die nun heute hoffentlich beantworten können.

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Wie und wann hast du angefangen mit dem Bloggen?

Im Januar 2012 startete ich meinen Blog, damals noch von Blogger gehostet (was ich auch jedem Blog Neuling empfehlen kann). Der Grund der mich dazu gebracht hat zu bloggen? Meine Leidenschaft für DIY´s. Ich hab auch nach meiner Schneiderausbildung immer viel genäht nebenher und immer wieder kam dabei die Frage von Freunden „kannst du mir nicht auch so ein Teil nähen?“ Mhhh mit einem Vollzeitstudium im Rücken ist das gar nicht so einfach, daher überlegte ich einfache Anleitungen selber zu schreiben und diese dann mit Schritt für Schritt Anleitungen auf Jestil hochzuladen. Dass war der ausschlaggebende Grund für Jestil, selber wieder Schere, Nadel und Faden oder wie heute Beton in die Hand zu nehmen und selber etwas zu erschaffen oder kreieren. Was „hoffe ich“, auch noch heute der Grundgedanke ist.

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Wie wird mein Blog bekannter?

Ich weiß selber nicht genau ob es heute einfacher ist schnell bekannt zu werden dank Social Media oder ob es das damals war als der Markt noch nicht so mit Blogs überschwemmt wurde. Ich kann natürlich nur aus meiner persönlichen Sicht sprechen und mein Blog ist nicht von heute auf morgen, wenn man das Wort benutzen möchte  „berühmt“ geworden. Die ersten zwei Jahre habe ich für eine Hand voll Leser gebloggt, nämlich die, die es wirklich interessierte was auf Jestil passierte. Damals waren es vielleicht nur 200 Leser im Monat, die haben dafür fast täglich kommentiert. Das unter einem Blogpost mal weniger als 5 Kommentare waren, war wirklich eine Seltenheit und man kannte seine Leser zum Großteil noch da ein Austausch stattfand.

Ich will jetzt hier nicht sentimental werden aber DAS hat sich in den letzten Jahren schon ziemlich verändert, ein Herz auf einem Foto zu hinterlassen geht heute oft schneller als sich mit dem Text auseinander zu setzen und einen wirklichen Kommentar zu hinterlassen, weil das einfach Zeit braucht und wir die immer weniger haben in unserer schnelllebigen Zeit. So wie sich also der Markt verändert hat, haben sich auch die Lesegewohnheiten verändert, immer mehr Blogs, mehr Infos und weniger Zeit weil am am liebsten sich alles anschauen würde um auf dem neuesten Stand zu sein. Was ich einfach damit sagen will, ist das es oft viel wichtiger ist „wirkliche“ Leser zu haben die sich für das interessieren was man schreibt als eine Masse die einfach nur vorbei schaut.

Mit dem Aufkommen der Social Media Plattformen kamen aber natürlich auch neue Möglichkeiten auf seinen eigenen Blog bekannter zu machen. Hier sind also meine Tipps für mehr Reichweite:

Facebook! Ja ihr hört richtig, auch wenn ihr glaubt Facebook ist tot, das stimmt nicht so ganz. Ihr selber checkt bestimmt mehrmals am Tag was es gerade neues gibt, ohne selber noch wirklich aktiv zu sein auf Facebook. Genau DAS ist der Punkt! Ihr habt einen Blog? Dann seid ihr dafür zuständig das es was neues auf Facebook über euch oder euren Blog zu lesen gibt. Richtet eine Seite ein für euren Blog wie ich zum Beispiel für JESTIL. Der zweite Punkt bei Facebook ist, postet auch was anderes als bei Instagram oder immer nur eure Blogpost! Eure Facebookseite muss interessant sein, weil sonst könnte man euch auch nur über Instagram folgen wenn ihr dort nur eure Instabilder teilt. Ich mache das so das ich oft zusätzliche Bilder von Blogposts teile (mehr Hintergrundinfos) oder Links zu Shops teile, von denen ich mir gerade neue Kleidungsstücke gekauft oder zugeschickt bekommen habe. Des Weiteren gibt es Blogger Gruppen bei Facebook in die man seine neuen Artikel posten und so noch mehr Leute erreichen kann.

Instagram ist und bleibt eine  feste Größe an der, der Erfolg deines Blogs mit gemessen wird. Woher kommt sonst der Begriff Instagrammer? Bei Instagram gelten aber nochmal andere Regeln als bei deinem Blog oder Facebook. Hell, heller, am hellsten ist hier das Mantra! Sieh zu das deine Bilder stehts gut ausgeleuchtet sind und die Komposition stimmig ist. Warum sonst sind Blumen so beliebt  bei Instagram? Sie verleihen jedem noch so langweiligen Setting das gewisse Etwas. Wenn ihr bei Instagram erfolgreicher sein wollt, kommentiert! kommentiert! kommentiert! Und was einen auch immer weiterbringt sind Verlinkungen! Wenn ihr mit anderen Instagrammern unterwegs sein solltet macht mit ihnen Fotos und verlinkt sie auch drauf! Achtet auf die richtigen Hashtags! Wenn ihr ein bestimmtes Kleidungsstück tragt, nehmt den Hashtag, super sind auch eigne Hashtags, ich verwende immer mal wieder #jestilunterwegs oder jetzt passend zur Hochzeit #MrandMrsJestil . So wichtig einem Instagram aber auch vorkommen mag, ist es in Wirklichkeit aber gar nicht. Nirgends werden Follower soviel gekauft wie dort. Daher ist die Reichweite der einzelnen Accounts doch eher fragwürdig.

Snapchat ist die Plattform des Jahres! Ihr seid Blogger und wollt mehr Aufmerksamkeit auf euren Blog richten? Dann holt euch dies App! Ich selber habe mich monatelang dagegen gewehrt und sie letztendlich doch installiert. Was soll ich sagen? Sie macht ganz einfach süchtig. Nur dort finde ich, sieht man wirklich wer der Mensch hinter dem Blog oder Instagramaccount wirklich ist. Ist der Mensch wirklich so sympathisch wie er es vorgibt zu sein? Oder ist es nur Fassade und in Wirklichkeit würdet ihr niemals mit dem Menschen nur ein Wort wechseln. Ihr werdet greifbar für eure Leser und Follower und könnt dank Snapchat noch mehr erzählen. Was mittlerweile auch ganz easy „storytelling“ genannt wird. Nirgends sonst kann man Produkte besser Live und in Farbe zeigen und sein Feedback dazu geben. Das Wichtigste ist vor allem erzählt Geschichten und macht euren Snapchataccount interessant. Ich persönlich finde diese App lebt von Videos, ich weiß zu Anfang ist es nicht ganz so einfach vor der Kamera zu sprechen doch das legt sich, dass verspreche ich euch.

Zu guter Letzt euer Blog! Nichts ist wichtiger als ihn mit Leben zu füllen. Ihr habt diesen Satz in letzter Zeit bestimmt schon öfter gehört aber er stimmt einfach und daher kann er nicht oft genug gesagt werden. Was wäre wenn von heute auf Morgen Instagram „down“ wäre und es diese Plattform nicht mehr geben würde? Euer Blog ist euer Standbein, daher ist euer Auftritt dort am aller wichtigsten. Seid professionell und bietet euren Lesern dort Mehrwert. Das heißt, gebt mehr Hintergrundinformationen und teilt dem Leser eure Meinung mit. Wenn ihr wirklich „erfolgreich“ werden wollt, stellt euren Blog immer als erstes auf die To do-Liste.

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Vorher/Nachher

Eure Bilder sind nach dem Inhalt der zweit wichtigste Punkt. Investiert in eine gute Kamera! Als ich angefangen habe, war die Digitalkamera mit 3 Megapixel mein bester Freund. Überbelichtet oder viel zu dunkel. Es gab eigentlich nur zwei Möglichkeiten, das änderte sich als ich mir 2013 Meine erste Spiegelreflexkamera zulegte. Die Canon Eos 1100D Sie war das Einsteigermodell aber sie hob die Qualität meiner Fotos direkt auf ein anderes Level. Als die Festbrennweite 1:1,8 50mm dazu kam, war ich das erste mal wirklich zufrieden.

Heute nochmal 3 Jahre später bin ich auf die Nikon D5500 umgestiegen, die Festbrennweite 1:1,8 50mm ist aber auch bei dem Modell  mein liebstes Objektiv. Das andere ist das die Bilder auch nur so gut sind, wie ihr euch mit der Kamera auskennt. Also befasst euch gut mit dem Modell oder investiert in einen Kamerakurs. Nur so holt ihr aus dem teilweise nicht gerade preiswerten Modellen auch wirklich alles raus. Mein Tipp auch noch, fotografiert IMMER in der höchstmöglichen Auflösung, runter skalieren oder verkleinern könnt ihr sie immer noch. Erstens die Blogbilder sind hochauflösender und zweitens viel ansprechender als unscharfe oder sogar pixelige Bilder.

Bildbearbeitung ich arbeite seit Jahren mit Photoscape, ein kostenloses Programm das viel aus den Bildern  rausholt wenn ihr es so einfach wie möglich haben möchtet. Wer allerdings alles rausholen möchte kommt an Photoshop nicht vorbei. Adobe ist mit seinen Programmen einfach Vorreiter. Dort könnt ihr bis ins kleinste Detail jeden Tonwert oder Effekt zaubern, ich bin allerdings ein Fan von „weniger ist mehr“. Lightroom kann ich euch ebenfalls sehr ans Herz legen (das Schwesterprogramm von Photoshop) ein Programm mit dem ihr zum Beispiel die Farben korrigieren könnt aber nichts retuschieren oder am Bild an sich verändern.

Ihr seht also, ihr müsst nicht nur vor der Kamera gut aussehen, sondern auch Kenntnissen in Social Media und ein Auge für das richtige Motiv haben. Das richtige Equipment sowie Erfahrung in deren Umgang gehören mit dazu.

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Wie verdiene ich mit meinem Blog Geld?

Die Frage die am meisten gestellt worden ist und die auch immer wieder versucht beantwortet zu werden. Ihr habt die Punkte oben so gut es geht erfüllt? Dann trudeln sicher irgendwann die ersten Kooperationsanfragen bei euch ein.

Das Wichtigste? Verschafft euch Übersicht über eure Reichweiten und erstellt ein Mediakit! Dieses ist ausschlaggebend für alle Verhandlungen die ihr mit Kooperationspartnern führt. Doch was genau gehört darein? Dazu gibt es HIER eine tolle Zusammenfassung was alles in ein gutes Mediakit gehört. Ihr habt das MediaKit verschickt? Der nächste Schritt sind die Verhandlungen, denn Arbeit will auch vergütet werden, da dies immer noch sehr schwierig richtig festzusetzen ist in unserer Branche, erhebt Stylranking in regelmäßigen Abständen Studien, die die Kooperationsverhandlungen um einiges erleichtern.

Die beliebteste Art der Zusammenarbeit, sind Blogposts in den ihr ein bestimmtes Produkt bewerben und/oder auch verlinken sollt. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, denn ihr habt sicherlich schon von den berüchtigten „Do-Follow“ und No-Follow“ Links gehört. Do-Follow Links hätte jede Firma gerne, weil die Artikel beim Googleranking weiter oben angezeigt werden. Dieses erkaufte Ranking ist allerdings verboten und strafbar, jeden Link den ihr aber nicht wissentlich auf „No-Follow“ im html-code setzt ist automatisch ein Do-Follow Link. Also setzt euch mit dem Thema auseinander bevor Post vom Anwalt bei euch zuhause reinflattert.

Affiliate-Links ist eine weitere Möglichkeit der Zusammenarbeit, dabei geht es um nichts anderes als Provision die ihr bereits oft schon bei dem ersten Klick auf den Link oder das Produkt bekommt. Große Onlinehändler wie Amazon oder Netzwerke wie Tracdelight oder Rewardstyle sind dabei die besten Anlaufstellen. Ihr verlinkt die Produkte eures Outfits und verdient so nebenbei ganz einfach ein paar Euro.

Bannerwerbung oder auch Google AdSense gehören zu einer weiteren Kategorie wie ihr schnell und einfach etwas mehr aus der Seite rausholen könnt. Ich persönlich bin kein großer Fan von dieser Möglichkeit, da sie oft sehr unschön durch animationen oder aufdringliche Werbebilder die Seite nicht gerade verschönert.

Zum Schluss gibt es natürlich noch die Möglichkeit euer Tätigkeitsfeld auszubauen und anderweitig Geld dazu zu verdienen. Sei es als Social Media Berater für Unternehmen, in der Trendrecherche oder wie ich im letzten Jahr ein Buch zu schreiben. Es gibt unzählige Arten von Kooperationen und Möglichkeiten rund um euren Blog sich etwas dazu zu verdienen.

Ihr könnt absehen das es mit eurem Blog gut läuft und ihr würdet den Schritt in die Professionalität gerne wagen? Trotzdem möchte ich euch noch einen Rat mitgeben, macht eure Schule, Ausbildung oder Studium zu Ende. So gut es einen Monat aussieht, kann ich heute aber nicht sagen was auf dem Kontostand nächsten Monat steht. Die Branche ist so schnelllebig das man nie genauso sagen kann wie lange man Erfolg damit hat, es kann morgen genauso schnell schon wieder vorbei sein. Daher habt eine Ausbildung oder ein Studium im Rücken auf das ihr im Notfall immer zurückgreifen könnt. Seit September letzten Jahres bin ich nun Selbstständig und selbstständig sein heißt auch die Krankenversicherung selber zahlen und zusehen das man was für die Rente zurücklegte da dies kein Arbeitgeber für einen tut. Eure Steuer muss im Voraus gezahlt werden ohne zu wissen wie es in den nächsten Monaten überhaupt aussieht. Im Moment könnte ich aber nicht glücklicher sein, ich kann mir meinen Lebensunterhalt alleine bestreiten und das mit meinem Blog, was schöneres kann ich mir gerade nicht vorstellen. Sollte es aber in ein paar Monaten anders aussehen, weiß ich das ich dank meines Studiums im Rücken sofort wieder ein Standbein hätte, denn das Leben geht weiter, ob mit oder ohne Blog.

Falls ihr aber so mutig seit und den Schritt wagen wollt, tut es! Ich bin froh es getan zu haben und werde mir niemals die Frage stellen müssen „was wäre wenn“. Es ist eurer Leben, also lebt es auch so wie ihr es für richtig haltet. Ihr habt es selber in der Hand.

Falls ihr noch Fragen haben solltet, werde ich diese natürlich sehr gerne beantworten.

Liebste Grüße,

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